Camus Cognac

Camus Cognac ist das letzte der großen Cognac Häuser, dass sich noch vollständig in Familienbesitz befindet – mittlerweile in der fünften Generation. Neben seiner Traditionsverbundenheit wusste das Unternehmen immer auch auf sich verändernde wirtschaftliche Bedingungen zu reagieren: sei es durch die konsequente Nutzung des internationalen Duty-Free-Markts, sei es durch die Eröffnung einer Cognac-Lounge im Herzen Pekings. Mit einer Produktpalette, die neben Cognac heute auch Wein, Champagner und Kaffee umfasst, werden von Camus breite Käuferschichten angesprochen. Dabei beweist das Haus immer wieder Mut zu ungewöhnlichen Schritten. Ein Beispiel dafür ist der Île de Ré Cognac, dessen Eaux-de-vie nicht aus dem klassischen Cognac-Anbaugebiet, sondern – daher auch der Name – aus einer vor der französischen Westküste gelegenen Insel stammen.

Geschichte
Ursprünglich 1863 von Jean-Baptiste Camus als Verbund verschiedener Weingüter zur gemeinsamen Cognac-Herstellung unter dem Namen “La Grande Marque” gegründet, wurde das Konsortium von ihm 1890 in alleiniger Verantwortung übernommen und trug fortan den Titel “Camus – La Grande Marque”. Nach seinem Tod im Jahre 1894 übernehmen die beiden Söhne die Leitung des Hauses. Während sich der ältere, Edmond, als Kellermeister betätigt und – als einer der ersten in der Cognac-Branche überhaupt – anregt, die Brände in einheitlich beschrifteten Flaschen zu verkaufen, widmet sich der jüngere, Gaston, dem Exportgeschäft. 1910 gelingt ihm der Coup, dass Camus offizieller Lieferant des letzten Zaren von Russland, Nicolai II. wird. 1932 tritt Michel Camus ins Geschäft ein und bringt das Exportgeschäft weiter voran, insbesondere, indem er das gewaltige Potential des Duty-Free-Markts erkennt, der zu einem Grundpfeiler des internationalen Erfolgs von Camus Copgnac werden soll. So beginnt in den 1960er Jahren die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Duty-Free-Shoppers-Gruppe, bei der das Sortiment um exklusive Dekanter aus Limogese-Porzellan und Baccarat-Kristall erweitert wird. 1977 wird Jean-Paul Camus neben seinem Vater Kellermeister und übernimmt nach und nach das internationale Geschäft. Die schon zuvor betriebene Expansion in den asiatischen Raum trägt entscheidend dazu bei, Camus als eines der fünf größten Cognac-Häuser weltweit zu etablieren.

Grundlage aller Cognacs aus dem Hause Camus sind Cuvées vier verschiedener Weingüter mit jeweils eigener Destille: die Châteaux d`Uffaut und Bonneuil in der Grande Champagne sowie die Châteaux du Plessis und Vignolles in den Borderies. Da mit diesem Familienbesitz allerdings nur ca. 8 % des tatsächlichen Bedarfs abgedeckt werden können, werden zusätzlich Destillate anderer Crus hinzugezogen.

Camus Cognac heute
2003 tritt Cyrill Camus in das Unternehmen ein. Nicht zuletzt seinem Engagement und Modernisierungswillen ist es zu verdanken, dass das Haus sich auch weiterhin in Familienbesitz befindet Unter seiner Federführung wurde das Interieur des Familienanwesens Camus umgestaltet: weg von eher dunklen Materialien wie Leder, Holz und Samt hin zu hellen, lichten Farben in einer Kombination aus traditionellem und modernem Design. Außerdem hat er die seit 1994 bestehende Verbindung zum chinesischen Markt 2009 mit der Eröffnung der Maison Camus Lounge in Peking befestigt.

Das Haus Camus setzt auf einen sich stetig ausdifferenzierenden Markt und hält neben einem breiten Cognac-Sortiment auch Champagner, Wein und ausgewählte Kaffeesorten im Programm.

Besuchsmöglichkeiten
Seit 2005 bietet Camus verschiedene Besuchsmöglichkeiten an, die von Besichtigungen über Verkostungsproben bis hin zu speziellen Kochkursen reichen. Eine Besonderheit stellt die “Master Blender” Tour dar, bei der der Besucher Schritt für Schritt lernt, einen eigenen Cognac zu kreieren.

Besuchsmöglichkeiten werden das ganze Jahr über angeboten. Ein Kontakt kann über die Homepage von Camus hergestellt werden.