Wesen und Erscheinung, Idee und Gestalt, Cognac und Dekanter: wer dem hier jeweils ersten den unbedingten Vorrang vor dem jeweils zweiten einräumt oder gar eben dieses für schlechterdings nichtig erklärt, der droht, entscheidendes zu verpassen und in Einseitigkeiten zu verfallen. Um diesem Umstand zu begegnen, hat man einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der sich ganz auf Erscheinung, Gestalt und Dekanter konzentriert. Und der damit seinerseits in Einseitigkeiten verfällt. Aber egal. Man kann nicht alles haben. Zumindest lässt man so Erscheinung, Gestalt und Dekanter ausnahmsweise mal die Wichtigkeit angedeihen, die ihnen eigentlich zusteht.


Besagter Wettbewerb nennt sich nun – j e d e n f a l l s – Pentawards, eine Veranstaltung, die zum nunmehr sechsten Mal in Paris stattgefunden hat. Dieses Jahr wurden über 1500 Package-Designs aus 47 Ländern unter die „wer hat die schönste Dekantergestalt-erscheinung?“-Lupe genommen, und gewonnen hat im Luxus-Segment der – Drumroll – Triomphe Dekanter von Hine.

Die Flasche wurde 2012 von Toscara in aller Gründlichkeit neu entworfen resp. umgestaltet resp. mit einem Chic versehen, der eine abstrakt-geometrische Formgebung mit sanft-geschwungenen Linien verbindet, und bei dem die dunkle Wärme des Brands – Ausdruck für den mit der Cognac-Herstellung assoziierten Traditionsreichtum, seine Verwurzelung in der Erde der Charente – von kühl-modernistischer Eleganz umhüllt wird. Dass dieses so konsequente wie schlüssige Designkonzept auch die Jury der Pentawards überzeugen konnte und mit Gold geadelt wurde, freut uns umso mehr, als sich hier ein weiteres Mal zeigt, dass Wesen und Erscheinung, Idee und Gestalt, Cognac und Dekanter nicht voneinander abzulösen sind.  Und so haben wir uns erfolgreich des Vorwurfs der Einseitigkeit entledigt. So soll es sein: Sophisterei at its best.

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