Martell Cognac

Martell ist das älteste der großen Cognac-Häuser. 1715 von Jean Martell gegründet, stieg das Unternehmen schnell zu einem der führenden Cognac-Produzenten auf und konnte seine Brände schon früh in Amerika, Russland und China platzieren. Mit Martell Cognac Extra, Martell VSOP, Martell Cordon Bleu und zuletzt dem Création Grand Extra Cognac schuf dieses Haus gleich reihenweise legendäre Cognacs. Die stetige Verwendung von Eaux-de-Vie aus dem Borderies Anbaugebiet, von denen das älteste auf 1830 datiert, garantiert das charakteristisch weiche, leicht fruchtige Bouquet. Seit 2007 Teil der Pernod-Ricard-Gruppe, verkauft das Haus heute rund 22 Millionen Flaschen jährlich. Besonders begehrt sind die mit 24-Karat-Gold verzierten Luxus-Dekanter.

Geschichte
Als Jean Martell, ein geschäftstüchtiger, ehemaliger Schmuggler und Gründer des Hauses 1753 starb, war Gatebourse, der erste Sitz des Unternehmens, bereits Zentrum eines lukrativen und florierenden Geschäfts. Von nun an bauten seine Witwe Rachel und die beiden Söhne Jean und Frédéric den Erfolg, für den der Vater den Grundstein gelegt hatte, konsequent weiter aus. So exportierte das Unternehmen schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts 200.000 Liter Brandwein nach England und auch der amerikanische und russische Markt war bald erschlossen. Überhaupt hat wohl kaum ein Cognac-Haus so früh die enorme Wichtigkeit des Exports erkannt – Mitte des 19. Jahrhunderts wurde neben den bereits genannten Ländern auch nach Australien, China und Japan geliefert.

1807 wurde das Unternehmen als “J & F Martell” registriert. In einem geradezu regelmäßigen Abstand von etwa 50 Jahren wurden von nun an Brände entwickelt, die aus der Geschichte des Cognacs nicht mehr wegzudenken sind: 1819 der Martell Extra Cognac von Theodore Martell, 1874 zum 160 jährigen Bestehen der Martell VSOP, 1912 der Martell Cordon Bleu, der auch heute noch in dem Flaschendesign verkauft wird, das Edouard Martell vor nun 100 Jahren für diesen Weinbrand entworfen hatte. Auf diese Sorte stützt sich auch ein maßgeblicher Teil des Erfolgs des Hausesund so zählt der Cognac Martell Cordon Bleu heute zu den beliebtesten Cognac-Sorten weltweit.

Martell besitzt immer noch sein ursprüngliches Familienanwesen in Cherves Richemont, dessen Erbauung sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. In den 1930ern wurde das Gebäude von Maurice Firino-Martell zuliebe seiner aus der Normandie stammenden Frau so umgebaut, wie wir es heute kennen: mit einer Fassade im typischen Stil der Normandie.

Martell Cognac heute
2001 wurde das Haus Teil der Pernod Ricard Gruppe, die im gleichen Jahr schon die Spirituosensparte von Seagram übernommen hatte. Nachdem 2005 erst Allied Domecq in den Konzern eingegliert wurde, erfolgte kurz darauf die Übernahme der Champagner-Marken Mumm und Perrier-Jouet. Daraus wurde schließlich die Untergruppe “Martell Mumm Perrier-Jouet”. Ähnlich wie vergleichbare Unternehmen sucht auch Martell heute den Verbund mit Herstellern anderer Luxusgüter. So trat das Unternehmen 2006 dem Comité Colbert bei, einer Vereinigung französischer Hersteller von Luxusprodukten. Dementsprechend konzentriert sich das Haus mittlerweile auf die Herstellung seiner Premium-Cognacs wie den Martell XO oder den Martell Création Grand Extra 2007. Diese Sorten wurden mit aufwändigen Kampagnen eingeführt und haben das internationale Renommee von Martell entscheidend befördert.

Noch stärker als zuvor verdankt sich der Hauptumsatz dem Export. Nur noch ein kleiner Teil der Produktion findet seinen Absatz in Frankreich. Die Hauptabsatzgebiete sind heute China, Singapur, Malaysia, Taiwan, die USA, England, Russland und Mexiko. Das jährliche Verkaufsvolumen von Martell Cognac liegt bei etwa 15 Millionen Liter, mit steigender Tendenz.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten
Für seine Martell Cordon Bleu Kampagne wurden die Modefotographen Paolo Roversi und Miles Aldrige engagiert. Wie viele andere Unternehmen fördert auch Martell die aktuelle Kunst- und Designszene. So konnte etwa für den Entwurf der Martell Création Grand Extra Flasche der Bildhauer Serge Mansau gewonnen werden. Daneben wurde jüngst das Buch „L’or dans l’art contemporain“ veröffentlicht, dass die Geschichte der L’or-Flasche von Jean Martell erzählt, indem es die Verbindung zur zeitgenössischen Kunst zieht – u.a. mit Werken von Robert Rauschenberg und Yves Klein.

Besuchsmöglichkeiten
Bei einem Besuch des Anwesens kann man den historischen Produktionprozess von Cognac miterleben: von der Destillation und Cuvierung bis hin zum Abfüllvorgang des fertigen Cognacs. Außerdem kann das malerisch an der Charente gelegene Privathaus von Jean Martell besichtigt werden.

Besuchszeiten sind von Juni bis September: Montags bis freitags, jeweils von 9.30-17 Uhr, sowie samstags und sonntags von 10-16.30 Uhr. Besuchszeiten von Juni bis Mai sind montags bis donnerstags, jeweils 9.30-11 Uhr und 14.30-17 Uhr, sowie freitags von 9.30-11 Uhr (öffentliche Feiertage ausgenommen).

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