Du willst also Cognac, diesem Ambrosia der Neuzeit, für den sich hart schuftende französische Bauern bei der Traubenernte die Finger blutig scheuern, mit dem Kellermeister aller Herren Länder die Nacht durchbringen, um ihren Kindern ein mittelmäßiges Yale-Studium zu finanzieren, endlich die Ehre zuteil werden lassen, die er tatsächlich verdient? Und nicht weiterhin den köstlichen Brand aus dieser schäbigen Tasse trinken, die schon so oft gespült wurde, dass der aufgeprägte Bismarck kaum mehr zu erkennen ist? Oder aber hast es satt, aus diesem zwar chic aussehenden, aber doch irgendwie unpraktischen Trichter aus gefalteten 500 € Scheinen den Cognac mit Jay-Z via Skype zu degustieren? Dann brauchst du ein Glas. Nicht irgendein Glas, sondern ein Cognac Glas.

Du bist aber gleichzeitig entweder so knauserig, dass du dir dreimal überlegst, ob du dein Geld ernsthaft für ein einziges Glas ausgeben sollst, in das stilsicher nur Weinbrand gehört (vielleicht nicht doch eher mit einem Hedgefond die kenianische Weizenproduktion „unterstützen“?), oder bist eher der Tüftler-Typ, dem das Multifunktionale über alles geht und der schon als Kind davon geträumt hat, seinen gesamten Küchenrat durch einen einzigen Gegenstand zu ersetzen?

Wenn das (und noch viel mehr) auf dich zutrifft, sag Ja (Ja!) zu diesem Schweizer Taschenmesser unter den Gläsern, aus dem Cognac ebenso wie Wein, Champagner und Wasser (nach Möglichkeit in umgekehrter Reihenfolge) genossen, und zwar unzweifelhaft elegant genossen werden kann.

Dieses Glas aller Gläser, das den Namen „Urglas“ mit Fug und Recht verdienen würde, stammt von – und der Name ist Programm – Sven Milcent und dem Utopik Design Lab.

„How does it work?“ wird sich der geneigte, mit nur geringer analytischer Begabung ausgestattete Betrachter fragen (den Autor mit eingeschlossen). Es ist aber genau genommen ganz einfach. Und da Worte bekanntlich mehr sagen als tausend Bilder, möge man sich mit derer vier (oder – ja, du Schlaumeier – nach anderer Zählweise derer fünf) begnügen.

Grundelement des modularen Systems ist ein Wasserglas:

Mit wenigen Handgriffen wird daraus ein Weinglas…

…und ein Cognac Glas…

…und ein Champagnerglas …

…und wieder ein Wasserglas… usw. usf.

Und wenn das Glas nicht zerbrochen ward, so trinken sie noch heut‘.

In diesem Sinne. Wo ist mein Wasser?

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