Was ist eigentlich… Pineau?

Der Pineau des Charentes oder schlicht Pineau ist ein französischer Aperitif, gerne auch zum Dessert, ergo Digestif, der hierzulande noch einigermaßen unbekannt, in der kulinarischen Landschaft der Charente hingegen eine Rolle spielt, die, würde man sie wegstreichen, die Bühne vielleicht nicht völlig, mindestens aber fast fast fast leer wäre. Auf dem Weg zum ultimativen Cognac Kenner ist eine zumindest flüchtige Bekanntschaft mit genau diesem Pineau obligatorisch, unverzichtbar, darüber hinaus: yummy.

Brief introduction: Pineau des Charentes ist ein Likörwein, bestehend aus leicht vergorenem Traubenmost und Eau-de-vie, bekanntlich das Innerst-Essentiellste der Cognac Herstellung. Genauso wie Cognac unterliegt der Pineau AOC  (Appellation d’Origine Contrôlée) Kriterien, wobei das zugelassene geografische Gebiet praktisch identisch mit dem der Cognac Herstellung ist.  Pineau wird gekühlt serviert, bei 8-10 °C, und zwar stilgerecht in einem tulpenförmigen Glas.

Daniel Bouju Pineau

In den verschiedenen Regionen Frankreichs gibt es vergleichbare Kombinationen aus (vergorenem oder unvergorenem) Most und einem entsprechenden höherprozentigen Pendant: Troussepinette in der Region Vendée, der Armagnac-basierte Floc de Gascogne, oder der Pommeau in der Normandie, der sich aus Apfelmost und einem Calvados-Apfelschnaps zusammensetzt.

Pineau und Cognac: die gleichen Fässer

Entstanden ist diese Kombination aus ungefährlichem Most und gefährlich Hochprozentigem laut Legende (kommt immer gut) durch schlichten Zufall (noch besser): Während der Ernte 1589 verpasste ein Winzer einem leer geglaubten Eichenfass eine Packung Traubenmost. Als das Fass einige Jahre später geöffnet wurde, befand sich darin – einem Rest Eau-de-Vie, das sich dort hinein versteckt, sei Dank – das, was heute als Pineau des Charentes bekannt ist. Von da an wurde dieses deliziöse Etwas nicht nur von den Gutsfamilien der Region in Ehren gehalten. Zu in engerem Sinne kommerziellen Zwecken / (Schrägstrich) in größeren Mengen wird der Pineau erst seit den 1930er Jahren hergestellt.

Roter & weißer Pineau

Zu unterscheiden ist zwischen weißem und dem in der Charente noch beliebteren roten Pineau. Für den weißen werden  größtenteils die Trauben verwendet, die auch für die Cognac Herstellung bestimmend sind: Ugni Blanc, Folle Blanche und Colombard, darüber hinaus noch Sémillon, Sauvignon Blanc und Montils. Für den roten kommen Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot Trauben zum Einsatz. Der Alkoholgehalt beträgt jeweils 16-20%. Rot und weiß zeigen hier freilich nur grob die Richtung an: die Palette der Pineau Farben reicht von einem blass-hellen Gelb bis zu einem kräftigen Ockerton, von einem matten Rosé bis zu einem erdig-kupfernen Tiefrot.

Ganz gleich aber, ob rot oder weiß oder alles, was dazwischen liegt: need to, have to. Probieren.

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