Cognac Preisentwicklung 2007-2013

Da das Cognac Jahr 2014 schon nicht mehr vor der Tür, sondern bereits auf der Matte steht, haben wir die allzu passende Gelegenheit genutzt, mal die Zählerstände aka Preisentwicklung der letzten fünf Jahre für zwei Hennessy Produkte sowie einen Cognac von Rémy Martin zu vergleichen.

Fällt bei diesem Vergleich doch wohltuend ein allgemeiner Trend unzweideutig ins Auge: es geht nach oben.

Nehmen wir beispielsweise einen Klassiker: den Hennessy XO (für alle Statistikliebhaber, die’s – zurecht! – immer ganz genau wissen wollen: wir haben Durchschnittspreise exkl. MwSt genommen)

Cognac Preisentwicklung 2007-2013

Die Kurve nimmt sich schon ganz hübsch aus, nicht wahr? Noch erfreulicher für den Against-Club-of-Rome-Wachstumsliebhaber sieht die Sache gar bei einem Louis XIII von Rémy Martin aus (gilt freilich in der Form nicht für ältere Exemplare dieses Königs-Klassikers). Ein Anstieg jedenfalls von nicht weniger als 40 %.

Cognac Preisentwicklung 2007-2013

Final schließlich (das beste zuletzt) ein Anstieg von schlappen 80% für eines der High-End-Vorzeigeprodukte von Hennessy, den Hennessy Ellipse Cognac (der Vollständigkeit halber muss allerdings bemerkt werden, dass das edle Tröpfchen nicht mehr produziert wird, sich dementsprechend allein so schon ein Preisanstieg ergibt).

Cognac Preisentwicklung 2007-2013

Und die Moral von der Geschicht‘? Keine Ahnung. Wir lieben einfach Graphen.

Na gut, ganz so einfach wollen wir’s uns dann doch nicht machen. Festhalten lässt sich nämlich zweierlei: das gegenüber der bloßen Zahl verkaufter Flaschen weitaus interessantere Wachstum spielt sich in der – genau! – Preisentwicklung, d.h. dem Preisanstieg an. Nicht mehr Cognac wird verkauft, der verkaufte Cognac wird vielmehr teurer. Daraus ergibt sich ein zweiter Trend, der neudeutsch mit dem Schlagwort „Premiumization“ auf den Punkt gebracht werden kann: Der Hauptumsatz entfällt mittlerweile auf das (obere) Premiumsegment. Hier wird die Asche gemacht. Knaster, Scheine, Kohle.

Aber eben auch der gute Cognac. Darauf trinken wir. Frohes Neues!

Zu Besuch bei DEAU Cognac

Im Spätsommer 2013 hatten wir das Vergnügen, DEAU Cognac näher kennenzulernen, eine Marke, die uns freilich bekannt war, mit der wir aber bislang nur bedingt vertraut waren. So war es uns sowohl vergönnt einige so interessante wie liebenswürdige Menschen zu treffen als auch hervorragenden Cognac zu kosten. Wer Interesse daran hat, die hervorragenden Cognacs von DEAU selbst zu kosten, kann und sollte sich hier anmelden. Dazu aber später noch mehr.

DEAU liegt im Herzen der Fins Bois Region. Der Weg dorthin führte uns – bis zur Ernte war es noch gerade einen Monat – durch Weinberge von saftigem Grün und vor Trauben strotzenden Reben. Die Anlage von DEAU selbst gleicht einem Dorf, das ausschließlich der Cognac-Produktion geweiht ist.

Begrüßt wurden wir zunächst von Veronique Bru Legaret, die zusammen mit ihrem Sohn Roland die Geschäfte von DEAU führt, und dem Maitre Assembleur, dem Kellermeister von DEAU, Phillipe Fillon. Sie eine Frau von Welt mit elegant-liebenswürdigem Charme, er ein Meister des subtilen und zugleich sophistizierten Understatements, der uns mit seinen umfassenden Kenntnissen über Cognac immer wieder zu verblüffen wusste.

Auf unserer Tour durch die Räumlichkeiten von DEAU hatten wir nicht nur die Möglichkeit, die verschiedenen, uns zumindest vom Namen her bekannten Produkte von DEAU zu testen, es wurde uns auch ein Blick gewährt auf den DEAU L.V.O. La Vie en Or, ein zu dem Zeitpunkt noch unter Verschluss gehaltener High-End-Cognac, der erst wenig später auf einer Messe in Hong Kong zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte. Exciting!

Zuerst ging es dann in die Keller, in denen die Eaux-de-vie reifen. Ein Labyrinth von teils mannshohen Fässern,  zwischen denen allein Phillip mit einer Sicherheit navigieren konnte, die schlicht erstaunlich war. Ein weiteres Highlight der Tour war zweifelsohne die Brennerei – ein Ort voll alchemischer Magie mit ihren Kupferkesseln, ihrem verzweigten Rohrsystem und freilich den traditionellen, für die Cognac-Herstellung unerlässlichen Charentaiser Brennblasen. Abschließend hatten wir die Gelegenheit, die Ergebnisse der alchemischen Experimente von Maître Phillip zu kosten, den DEAU XO, den DEAU Black und den DEAU Louis Memory, außerdem einen Blick auf die sog. Tasting Box zu werfen. Diese enthält die genannten Cognacs in kleinen 0,2l Flaschen in Art derjenigen Proben, die auch der Kellermeister verwendet, um verschiedene Eaux-de-vie zu verschneiden.

Beginnen wir mit dem Auge: Der DEAU XO ist von dunklem Gelb, fast bernsteinfarben, während der DEAU Black erheblich heller ist und an Akazienhonig erinnert. Der DEAU Louis Memory schließlich ist der dunkelste von den dreien und geht fast in ein Maronenbraun.

In der kalkulierten Ausgestaltung geschmacklicher Nuancen ist der DEAU XO wahrhaft spektakulär: er beginnt dünn, fast ein wenig flach, entfaltet  dann aber nach und nach seinen ganzen Reichtum, um sich nach einem Crescendo gleichsam wieder in sich selbst zurückzuziehen. Es dominieren florale und Fruchtnoten, vor allem Jasmin sowie getrocknete Aprikosen, wilde Pfirsiche und Pflaumen.

Im Vergleich dazu ist der DEAU Black erheblich zurückgenommener, eleganter, in gewisser Weise auch subtiler. Es ist eine Kombination von Grande Champagne und Petite Champagne Eaux-de-vie, bei der Nase und Zunge eine in sich abgeschlossene Einheit darstellen – ein bis zur Vollendung geschliffener Diamant. Hier legen sich Südfrüchte über einen Ingwergrund, eine florale Farbgebung, Iris und Orangenblüten sind gut zu erkennen, malen diesen gleichsam aus.

Schließlich der DEAU Louis Memory – ein Meisterstück des eleganten Understatements, der aber gerade deswegen nicht ganz leicht zu verstehen ist. Selbst als geübter Cognac-Verkoster braucht man mehrere Anläufe, um vollends zu ermessen, was Maître Phillip hier komponiert hat. Er kommt mit Noten von Vanille und Zimt daher, deutlich herausgearbeitet auch die Rancio Aromen, die hier vor allem von Tabaknoten und schwarzen Kardamom begleitet werden.

Um diese Erfahrung zu teilen,  arbeiten wir derzeit daran, diese drei Cognacs, den DEAU XO, den DEAU Black und den DEAU Louis Memory, sowie die Tastingbox im Rahmen eines exklusiven Verkaufs für einen begrenzten Zeitraum verfügbar zu machen. All diejenigen, die sich aus gutem Grund, diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen, sollten, nein, müssen sich hier eintragen

Bisquit Cognac

Gegründet im Jahre 1819 von Alexandre Bisquit, kann das Haus auf eine Familientradition zurückblicken, die erst mit seinem Verkauf an Pernod Ricard 1966 zu einem Ende kommt. Erwähnt werden muss, dass sich Bisquit einige der Lieblingscognacs von Winston Churchill und König Georg VI. verdanken, darüber hinaus, dass die hier produzierten Brände sich im angelsächsischen Raum insgesamt einer hohen Popularität erfreuen.

Geschichte

Gegründet 1819, war die Familie des Namenspatrons Alexandre Bisquit bereits über Generationen – mindestens seit 1750 –  im Cognac-Geschäft tätig, ohne allerdings je den Schritt gewagt zu haben, sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen. Als dieser Schritt allerdings einmal getan war, wuchs das Haus mit seinem 205 Hektar umfassenden Weingut schnell zu den Größen des Geschäfts heran. Auch seine prominente Stellung im angelsächsischen Raum wurde früh hergestellt: 1862 erhält das Haus eine Ehrenauszeichnung im Rahmen der Londoner Weltausstellung, 1951 gehört Bisquit zu den Königlichen Hoflieferanten König Georg VI.

Bisquit Cognac heute

2009 wurde das Haus von der südafrikanischen Distell Group von Pernod Ricard übernommen. Zwar hat mittlerweile hier auch die Geschäftsführung ihren Sitz, das im 19. Jahrhundert erbaute Château Bisquit im Herzen Cognacs wird aber weiterhin gehalten und wurde vor nicht allzu geraumer Zeit nach allen Regeln der Kunst aufwendig renoviert.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten

2012 wird der Prestige Cognac von Bisquit beim Londonder IWSC Wettbewerb mit Gold prämiert. Im gleichen Jahr erhalten eben hier auch der VS, VSOP und XO Cognac Auszeichnungen. Damit ist Bisquit Cognac das erste Haus, das bei diesem Wettbewerb in sämtlichen Kategorien prämiert wird.

Besuchsmöglichkeiten

Leider scheinen Besuchsmöglichkeiten bei diesem Haus nicht möglich zu sein.

A. de Fussigny Cognac

Gegründet 1814 vom italienischen Kaufmann Alfonso de Fussigny, als Marke ins Leben gerufen schließlich 1860, war und ist dieses Haus nur einem eher kleinen Kreis von Liebhabern des französischen Weinbrands bekannt. Dies dürfte auch daran liegen, dass bei A. de Fussigny die Uhren weiterhin ein wenig anders zu gehen scheinen: Die Eaux-de-vie werden weiterhin im Maison de Fussigny im Herzen von Cognac destilliert, mit der Nähe zur Charente legt man hier weiterhin auf eine für die Reifung besonders günstige Luftfeuchtigkeit Wert, und weiterhin werden die für den Branntwein wesentlichen Informationen wie Name, Alter, Alkoholgehalt per Hand auf die Etiketten geschrieben. Das „weiterhin“, auch bekannt als „Tradition“ ist bei A. de Fussigny also von zentraler Bedeutung. Denn all diese kleinen Unterschiede sind es dann wohl, die das Haus nicht nur zu einem der kleinen und weniger bekannten machen, sondern gleichzeitig eine Qualität der Verarbeitung garantieren, die A. de Fussigny als einen der klingendsten Namen der Branche etabliert haben.

A. de Fussigny Cognac heute

Seit 2008 steht A. de Fussigny unter der Leitung von Patrick Giudicelli und Jean Dominique Andreu. Beide können auf 20 Jahre Erfahrung in ihrem Metier zurückblicken und bringen so ein hohes Maß fachlicher Expertise mit. Deutlich wurde unter ihrer Führung bereits, dass jener oben genannte Zug von Authentizität, Tradition und einem stark aufs Individuelle bedachten Verständnis von Cognac bei A. de Fussigny weiter vorangetrieben werden soll und man sich auch nicht zu schade dafür ist, für die propagierten Werte mit dem eigenen Namen einzustehen. So beglaubigt jeweils die Unterschrift von Patrick Giudicelli jene Vorstellung von Authentizität und Tradition, die A. de Fussigny Cognac seit Gründungstagen zu eigen ist.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten

2010 wurde A. de Fussigny bei den SIP Awards mit einer Platinmedaille für den Fussigny XO, sowie mit einer Goldmedaille für Fussigny Selection ebenso wie für Fussigny Grande Champagne geehrt.

A.E. DOR Cognac

Die ältesten Eaux-de-vie von A.E. DOR gehören nicht nur zu den wenigen, die noch aus der Zeit vor 1874 stammen – damals suchte eine Reblausplage die Winzer in und um Cognac heim und löschte gleichsam einen Teil des Gedächtnisses der Region aus -, insgesamt sind die Weinbrände dieses zu Unrecht wenig bekannten, um nicht zu sagen verkannten Hauses seit jeher von nichts weiter als herausragender Qualität. So wurden bei A.E. DOR auch in den letzten Jahren unter der Leitung von Jacques Riviere Brände produziert, die nicht allein dem traditionsbewussten, schon seit Generationen mit der Geschichte des Cognacs vertrauten Connaisseur zu Freude und ‚Jauchzet, frohlocket‘ gereichen, sondern mit fast schon pädagogischem Impetus auf einen wachsenden internationalen Markt abgestimmt sind, auf den selbstredend auch A.E. DOR – wer könnte es ihnen verdenken? – Fuß und Fass gesetzt sehen will.

Geschichte von A.E. DOR

Der Name A.E. DOR ist schlicht die Kurzform von Amédée Eduard Dor, der sich 1858 als Spross einer altehrwürdigen Familie aus Cognac einen Lebenstraum erfüllte und sein eigenes, kleines, nicht zu vergessen feines Cognac Haus gründete. Auch wenn A.E. DOR nie über eine gewisse Größe hinaus kam, gehören die hier produzierten Branntweine zum wohl unterschätztesten, ergo besten, was der Cognac-Markt zu bieten hat. Dies findet seinen Erklärung vor allem darin, dass auch über den Tod des Meisters hinaus diejenigen Eaux-de-vie Grundlage für sämtliche Cuvées von A.E. DOR bildeten, die eben jener mit Kennerblick im Laufe seines Lebens angesammelt hat und die noch heute im Keller der Keller, dem „Paradies“ von A.E. DOR lagern und in jede Kreation einfließen, die das Haus zum Besten gibt.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten

Alles andere als unwesentlich für A.E. DOR ist die Tatsache, dass das Haus von einem 1946 erlassenen Gesetz ausgenommen ist, das den Alkoholgehalt von Cognac auf mindestens 40 % festlegt. Da die für die Kompositionen genutzten Eaux-de-vie aufgrund ihres Alters in ihrem Alkoholgehalt teils bis auf 30 % abgefallen sind, hat A.E. DOR 1951 eine Ausnahme erwirkt, nach der genannte Vorschrift für das Haus nicht bindend ist, somit etwa auch ein Verkauf alter Tres Vieilles Grandes Champagnes Cognacs für A.E. DOR möglich ist.