A. de Fussigny Cognac

Gegründet 1814 vom italienischen Kaufmann Alfonso de Fussigny, als Marke ins Leben gerufen schließlich 1860, war und ist dieses Haus nur einem eher kleinen Kreis von Liebhabern des französischen Weinbrands bekannt. Dies dürfte auch daran liegen, dass bei A. de Fussigny die Uhren weiterhin ein wenig anders zu gehen scheinen: Die Eaux-de-vie werden weiterhin im Maison de Fussigny im Herzen von Cognac destilliert, mit der Nähe zur Charente legt man hier weiterhin auf eine für die Reifung besonders günstige Luftfeuchtigkeit Wert, und weiterhin werden die für den Branntwein wesentlichen Informationen wie Name, Alter, Alkoholgehalt per Hand auf die Etiketten geschrieben. Das „weiterhin“, auch bekannt als „Tradition“ ist bei A. de Fussigny also von zentraler Bedeutung. Denn all diese kleinen Unterschiede sind es dann wohl, die das Haus nicht nur zu einem der kleinen und weniger bekannten machen, sondern gleichzeitig eine Qualität der Verarbeitung garantieren, die A. de Fussigny als einen der klingendsten Namen der Branche etabliert haben.

A. de Fussigny Cognac heute

Seit 2008 steht A. de Fussigny unter der Leitung von Patrick Giudicelli und Jean Dominique Andreu. Beide können auf 20 Jahre Erfahrung in ihrem Metier zurückblicken und bringen so ein hohes Maß fachlicher Expertise mit. Deutlich wurde unter ihrer Führung bereits, dass jener oben genannte Zug von Authentizität, Tradition und einem stark aufs Individuelle bedachten Verständnis von Cognac bei A. de Fussigny weiter vorangetrieben werden soll und man sich auch nicht zu schade dafür ist, für die propagierten Werte mit dem eigenen Namen einzustehen. So beglaubigt jeweils die Unterschrift von Patrick Giudicelli jene Vorstellung von Authentizität und Tradition, die A. de Fussigny Cognac seit Gründungstagen zu eigen ist.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten

2010 wurde A. de Fussigny bei den SIP Awards mit einer Platinmedaille für den Fussigny XO, sowie mit einer Goldmedaille für Fussigny Selection ebenso wie für Fussigny Grande Champagne geehrt.

A.E. DOR Cognac

Die ältesten Eaux-de-vie von A.E. DOR gehören nicht nur zu den wenigen, die noch aus der Zeit vor 1874 stammen – damals suchte eine Reblausplage die Winzer in und um Cognac heim und löschte gleichsam einen Teil des Gedächtnisses der Region aus -, insgesamt sind die Weinbrände dieses zu Unrecht wenig bekannten, um nicht zu sagen verkannten Hauses seit jeher von nichts weiter als herausragender Qualität. So wurden bei A.E. DOR auch in den letzten Jahren unter der Leitung von Jacques Riviere Brände produziert, die nicht allein dem traditionsbewussten, schon seit Generationen mit der Geschichte des Cognacs vertrauten Connaisseur zu Freude und ‚Jauchzet, frohlocket‘ gereichen, sondern mit fast schon pädagogischem Impetus auf einen wachsenden internationalen Markt abgestimmt sind, auf den selbstredend auch A.E. DOR – wer könnte es ihnen verdenken? – Fuß und Fass gesetzt sehen will.

Geschichte von A.E. DOR

Der Name A.E. DOR ist schlicht die Kurzform von Amédée Eduard Dor, der sich 1858 als Spross einer altehrwürdigen Familie aus Cognac einen Lebenstraum erfüllte und sein eigenes, kleines, nicht zu vergessen feines Cognac Haus gründete. Auch wenn A.E. DOR nie über eine gewisse Größe hinaus kam, gehören die hier produzierten Branntweine zum wohl unterschätztesten, ergo besten, was der Cognac-Markt zu bieten hat. Dies findet seinen Erklärung vor allem darin, dass auch über den Tod des Meisters hinaus diejenigen Eaux-de-vie Grundlage für sämtliche Cuvées von A.E. DOR bildeten, die eben jener mit Kennerblick im Laufe seines Lebens angesammelt hat und die noch heute im Keller der Keller, dem „Paradies“ von A.E. DOR lagern und in jede Kreation einfließen, die das Haus zum Besten gibt.

Neuigkeiten, Produkte, Anekdoten

Alles andere als unwesentlich für A.E. DOR ist die Tatsache, dass das Haus von einem 1946 erlassenen Gesetz ausgenommen ist, das den Alkoholgehalt von Cognac auf mindestens 40 % festlegt. Da die für die Kompositionen genutzten Eaux-de-vie aufgrund ihres Alters in ihrem Alkoholgehalt teils bis auf 30 % abgefallen sind, hat A.E. DOR 1951 eine Ausnahme erwirkt, nach der genannte Vorschrift für das Haus nicht bindend ist, somit etwa auch ein Verkauf alter Tres Vieilles Grandes Champagnes Cognacs für A.E. DOR möglich ist.

Worin aus Wasser Wein werden kann: das Multifunktionsglas vom Utopik Design Lab

Du willst also Cognac, diesem Ambrosia der Neuzeit, für den sich hart schuftende französische Bauern bei der Traubenernte die Finger blutig scheuern, mit dem Kellermeister aller Herren Länder die Nacht durchbringen, um ihren Kindern ein mittelmäßiges Yale-Studium zu finanzieren, endlich die Ehre zuteil werden lassen, die er tatsächlich verdient? Und nicht weiterhin den köstlichen Brand aus dieser schäbigen Tasse trinken, die schon so oft gespült wurde, dass der aufgeprägte Bismarck kaum mehr zu erkennen ist? Oder aber hast es satt, aus diesem zwar chic aussehenden, aber doch irgendwie unpraktischen Trichter aus gefalteten 500 € Scheinen den Cognac mit Jay-Z via Skype zu degustieren? Dann brauchst du ein Glas. Nicht irgendein Glas, sondern ein Cognac Glas.

Du bist aber gleichzeitig entweder so knauserig, dass du dir dreimal überlegst, ob du dein Geld ernsthaft für ein einziges Glas ausgeben sollst, in das stilsicher nur Weinbrand gehört (vielleicht nicht doch eher mit einem Hedgefond die kenianische Weizenproduktion „unterstützen“?), oder bist eher der Tüftler-Typ, dem das Multifunktionale über alles geht und der schon als Kind davon geträumt hat, seinen gesamten Küchenrat durch einen einzigen Gegenstand zu ersetzen?

Wenn das (und noch viel mehr) auf dich zutrifft, sag Ja (Ja!) zu diesem Schweizer Taschenmesser unter den Gläsern, aus dem Cognac ebenso wie Wein, Champagner und Wasser (nach Möglichkeit in umgekehrter Reihenfolge) genossen, und zwar unzweifelhaft elegant genossen werden kann.

Dieses Glas aller Gläser, das den Namen „Urglas“ mit Fug und Recht verdienen würde, stammt von – und der Name ist Programm – Sven Milcent und dem Utopik Design Lab.

„How does it work?“ wird sich der geneigte, mit nur geringer analytischer Begabung ausgestattete Betrachter fragen (den Autor mit eingeschlossen). Es ist aber genau genommen ganz einfach. Und da Worte bekanntlich mehr sagen als tausend Bilder, möge man sich mit derer vier (oder – ja, du Schlaumeier – nach anderer Zählweise derer fünf) begnügen.

Grundelement des modularen Systems ist ein Wasserglas:

Mit wenigen Handgriffen wird daraus ein Weinglas…

…und ein Cognac Glas…

…und ein Champagnerglas …

…und wieder ein Wasserglas… usw. usf.

Und wenn das Glas nicht zerbrochen ward, so trinken sie noch heut‘.

In diesem Sinne. Wo ist mein Wasser?

Die besten Cognacs beim Ultimate Spirits Challenge 2012

Ganz gleich, ob man der Auffassung ist, Konkurrenz und Wettbewerb sei motivierend oder schlicht unvermeidlich – in manchen Bereichen ist beides mindestens hilfreich. Denn so haben wir – wieder einmal – von wenn nicht höchster, so doch wichtiger, genauer gesagt sehr wichtiger Stelle beglaubigt, wer sich mit dem Titel des besten Cognacs 2012 schmücken darf. Namentlich vom Ultimate Spirits Challenge, seines Zeichens einer der größten Spirituosen-Wettbewerbe überhaupt. Jedes Jahr in New York geht’s hier um Superlative: den besten Single-Malt-Whisky, den besten Armagnac, den besten Tequila, den besten Mezkal, den besten Rum, und – ohne dass diese Aufzählung erschöpfend wäre – den besten Cognac. Und weil alles andere nicht nichts, sondern weniger zählt, sind zwecks Orientierung – welche Cognacs sind 2012 besonders hervorzuheben? – die zweiten und dritten Plätze dieser Rubrik (fast) ebenso interessant wie der erste.


Die besten Weinbrände 2012

Beginnen wir mit den besten Weinbränden, derjenigen Oberkategorie also, in die auch Cognac fällt. Hier wurden gekürt:

  • ARMAGNAC: Delord 1978
  • CALVADOS: Calvados Drouin 25 Jahre alt
  • COGNAC: Frapin Château Fontpinot XO
  • GRAPPA: Jacopo Poli Sarpa Barrique
  • PISCO: Pisco Porton

Ultimate Spirits Challenge

Die Cognac Awards

Nun zur eigentlichen Cognac-Kategorie, bei der die Punkteverteilung wie folgt aufgeschlüsselt wird:
95-100 Punkte: Herausragend, besonders empfehlenswert
90-94 Punkte: Vorzüglich, sehr empfehlenswert
85-89 Punkte: Sehr gut, recht empfehlenswert
80-84 Punkte: Gut, empfehlenswert

Die “Chairman’s Trophy”

97 Punkte:  Frapin Château Fontpinot XO Cognac Grande Champagne France, 41%, 90.00 $, 750 ml.

Die Cognac Finalisten

96 Punkte: Martell Cordon Bleu Cognac France, 40 %, 120.00 $, 750 ml.
94 Punkte: Camus Extra Elegance Cognac France, 40 %, 400.00 $, 750 ml.
94 Punkte: Francois Voyer XO Gold Cognac France, 40 %, 100.00 €, 750 ml.  
94 Punkte: Pierre Ferrand Ancestrale Cognac France, 40 %, 800.00 $, 750 ml.
94 Punkte: Pierre Ferrand 1840 Original Formula Cognac, 45 %, 44.99 $, 750 ml.

93 Punkte: Camus VSOP Elegance Cognac France, 40 %, 43.00 $, 750 ml


93 Punkte: Martell XO Cognac France, 40 %, 150.00 $, 750 ml.


93 Punkte: Normandin-Mercier Prestige Cognac Fine Champagne, 40 %, 85.00 $, 750 ml.

Die hinteren Ränge

Abschließend noch all diejenigen Cognacs, die es nicht unter die Finalisten geschafft haben, d.h. mit einer Punktzahl von unter 93 bewertet wurden:
92 Punkte: Delamain Pale & Dry XO Cognac Grande Champagne, 40 %, 99.00 $, 750 ml.
92 Punkte: Garde Marine Extra XO Cognac, 40 %, 3500.00 RUB, 700 ml.
92 Punkte: Landy XO Cognac France, 40 %, 119.00 $, 750 ml.
92 Punkte: Landy VSOP Cognac France, 40 %, 29.99 $, 750 ml.
91 Punkte: Camus Ile de Ré Fine Island Cliffside Cellar Cognac, 40 %, 95.00 $, 750 ml.
89 Punkte: Camus Ile de Ré Fine Island Double Matured Cognac, 40 %, 65.00 $, 750 ml.
89 Punkte: Camus Ile de Re Fine Island Cognac, 40 %, 47.00 $, 750 ml.
89 Punkte: Jean Fillioux La Pouyade Cognac, 42 %, 64.00 $, 750 ml.
89 Punkte: Landy VS Cognac France, 40 %, 22.99 $, 750 ml.
88 Punkte: Distillerie du Peyrat Rare Organic Cognac France, 40 %, 63.00 $, 750 ml.
88 Punkte: Louis Royer “Force 53″ VSOP Cognac Fine Champagne, 53 %, 49.00 $, 750 ml

Die Cognac-Verkostung – eine kleine Anleitung

Ebenso wie die Weinverkostung verläuft auch die Degustation eines Cognacs über die drei Sinnesorgane Auge, Nase, Zunge. Nähern wir uns dem großen französischen Weinbrand also sukzessive.

Zuallererst: Jeder Cognac muss atmen. Hier rechnet man pro Reifungsjahr ca. 30 Sekunden. Ein 20 Jahre alter XO Cognac sollte also etwa 10 Minuten atmen. Erst dann folgt die eigentliche Verkostung.

Ultimate Spirits Challenge 2011

Zunächst über das Auge: Beim Schwenken des Glases bilden sich Schlieren im Alkohol, die, sind sie weich und elastisch, ein komplexes Geschmacksbild vermuten lassen. Gleichwohl ist der visuelle Eindruck noch wenig aussagekräftig, schließlich kann etwa eine dunkle Färbung ebenso auf einen alten Cognac hindeuten oder durch die Beigabe von Karamell entstanden sein.

Es folgt die Nase: Das Glas auf Kinnhöhe bewegend wird über die Nase hin zum Rachen eingeatmet – erst wenn sich die Aromastoffe im Rachenraum erwärmen, erreichen sie in ihrer eigentlichen Vielfalt auch die Geschmacksrezeptoren der Nase. Hier gilt es, sich zunächst auf Fruchtnoten und Anklänge ans florale zu konzentrieren: Ein florales, hell-fruchtiges, leicht süßliche Bouquet lässt einen eher jungen Cognac vermuten, wohingegen “marmeladige”, an dunkle Beeren erinnernde Fruchtnoten auf einen alten Cognac schließen lassen. Drängen sich schnell nussige Aromen in den Vordergrund, liegt ein vom Rancio dominierter Weinbrand nahe.

Zuletzt die Zunge: Um überhaupt die Komplexität des Geschmacksbildes wahrnehmen zu können, wird ein Cognac nur genippt, nicht getrunken. Im günstigsten Falle lässt man den Brand für eine Weile im Mund “rollen”: der Brand wird langsam über die Zunge bewegt und durch Unterstützung der Wangen mit Sauerstoff angereichert. Erst so kann angemessen beurteilt werden, in welchem Verhältnis die verschiedenen geschmacklichen Nuancen zueinander stehen und wie lange das Geschmackserlebnis vorhält (der „Nachhall“ oder „Abgang“). Stärker noch als Wein entfaltet sich Cognac erst nach und nach.

Ein Tipp am Rande, bevor wir auf die für Cognac typischen Aromen zu sprechen kommen: Einige Hersteller fügen ihrem Brand Karamell hinzu, um ihn älter erscheinen zu lassen als er eigentlich ist. Im Geschmackserlebnis wird dies kenntlich, wenn sich auf der Zungenspitze früh eine süßliche Vanillenote einstellt, die rasch wieder verschwindet und gleichsam außerhalb des Geschmacksbildes zu stehen scheint.

Degustation eines Hine Cognacs

Schematisch formuliert lassen sich folgende Tendenzen ausmachen:

In einem jungen Cognac (älter als VSOP oder mindestens acht Jahre gereift) werden vor allem Fruchtnoten angetroffen, insbesondere Aprikose oder Pfirsich, Apfel, Citrus und Rosinen.

Mittelalte Cognacs (älter als 14 Jahre) präsentieren sich zumeist  – sowohl für Nase wie Zunge – mit Spuren floraler Aromen, also Rose, Veilchen, Geranien oder auch Honig. Bei Borderies-Bränden kommen in der Regel Lavendel-Noten zur Geltung.

Cognacs von mindestens 20 Jahren sind vor allem mit Gewürznoten verbunden, also Muskatnuss, Zimt, Ingwer, Anis oder Nelken.

Freilich sind dies nur allgemeine Tendenzen, die allenfalls eine erste Einordnung darstellen können. Schließlich gilt es bei jeder Degustation aufs neue, sich möglichst unbefangen auf das konkrete Geschmackserlebnis einzulassen, zugleich die gewonnenen Eindrücke mit dem bereits vorhandenen Vorwissen abzugleichen.