Um die Cognac Herstellung aus und nicht zuletzt mit vollem Herzen verstehen, genießen, sich einverleiben zu können, ist es hilfreich bis notwendig bis unumgänglich sich zu vergegenwärtigen, wo dieser Ambrosia der Neuzeit (Freude schöner Götterhumpen) eigentlich herkommt. Aus der Cognac Region. Freilich. Nur lässt sich diese – ebenso freilich – keineswegs vereinheitlichen, teilt sich vielmehr auf in sechs verschiedene Anbaugebiete, die sog. Crus. Diese erstrecken sich über die Charente-Maritime, einen großen Teil der Charente sowie einen etwas kleineren der Deux-Sèvres und der Dordogne.

Nach den Statuten der Appellation d’Origine Controlée Cognac (kurz AOC Cognac) sind diese Anbaugebiete genau definiert und umfassen insgesamt etwa 79 000 Hektar Weingut. Nach der ebenfalls mit dem AOC Siegel versehenen Bordeaux Region ist es damit das größte Weinbaugebiet Frankreichs.

Jene Anbaugebiete, die Crus unterscheiden sich in ihrer Bodenbeschaffenheit teils erheblich, und so sind sie es, die als allererstes Rang und Qualität begründen, den ein Cognac schließlich imstande sein wird einzunehmen. In absteigender Qualität resp. Wertschätzung sind hier zu nennen: Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies, Fins Bois, Bons Bois (an der Grenze von Bons Bois zu Fin Bois befindet sich im übrigen das Heimatlager von Cognac Expert) und Bois Ordinaires.

Grande und Petite Champagne sind wohlgemerkt nicht mit der berühmten Region gleichen Namens im Norden Frankreichs zu verwechseln, aus der der mindestens ebenso berühmte, edel-kribbelnde Alkohol – und wieder – gleichen Namens stammt. Champagne geht etymologisch vielmehr auf die lateinischen Ausdrücke „campania“ und „campus“ zurück und kann in solchem Zusammenhang am ehesten mit „freiem (im Sinne von zu kultivierendem) Land“ übersetzt werden.

Abseits von solch etwaigen Missverständnissen vorbeugenden Worterklärungen stehen die Crus Grande und Fine Champagne vor allem aber für die höchste zu erreichende Qualität in Sachen Cognac Herstellung. Ein Cognac, der zumindest 50 % aus Trauben der Grande Champagne hergestellt ist, ist ein Fine Champagne Cognac.

Sind die verschiedenen Crus jeweils auch mit einem Komplex geschmacklicher Noten assoziiert – seien es Anklänge an Gewürze, Tabak oder grüne Früchte -, kommen in einem Cognac immer die Erträge verschiedener Crus zum Einsatz. Und so steht die Cognac Produktion (überhöht, muss nicht stimmen) auch für eine Ethik des Ausgleichs – vom Höchsten und Geringsten, Kleinsten und Edelsten. Kann es doch auch mal eine Fin Bois Traube sein, die dem einen oder anderen Edel-und-zwar-over-the-top-Cognac den letzten Schliff zu geben vermag (kollektives Ohhh und …. Fin).

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