Die drei Trauben der Cognac Herstellung: Ugni Blanc, Folle Blanche & Colombard

Und ein weiterer Artikel, der ein wenig Licht ins mystische Dunkel der Cognac Herstellung bringen soll, kann und schließlich wird (was hiermit versprochen: versprochen). Wir schreiten somit systematisch voran von den Böden der Cognac Region hin zu dem, was auf ihnen wächst, gedeiht und reift, um schließlich die eigentliche Grundlage der Cognac Herstellung darzustellen: die Trauben. Aus den verschiedenen Sorten – drei sind hier besonders hervorzuheben – wird ein heller, besonders säurehaltiger Wein gewonnen, der eine hevorragende Grundlage zur Destillation abgibt. Bekanntlich steckt der Teufel aber ja im Detail..

Ugni Blanc

Besagte Traube ist besser bekannt unter ihren italienischen Namen: „Trebbiano“. Ursprünglich aus der Toskana stammend garantiert die Traube hohe Erträge: der Winzer erhält aus einem Hektar etwa 100-200 Hektoliter Wein.

Ugni Blanc

Dass die Traube sich für verschiedenste Regionen zum Anbau eignet, schlägt sich auch im babylonischen Sprachgewirr der Vielzahl ihrer Namen nieder. In der Cognac Region heißt sie “Saint Emilion“, daneben reichen die Namen von „Muscadet“ in der Gironde, „Clairette ronde“ in der Provence, „Rossola“ in Korsika, „Albanella“ (und eben „Trebbiano“) im italienischen Raum, über „Douradinh“ in Portugal, „Juni blan“ in Kroatien, bis zu – und noch mal Atem holen – „White Hermitage“ in Australien.

In Frankreich stellt die Traube mittlerweile eine der beliebtesten und am meisten angebauten Sorten überhaupt dar und ist anzutreffen etwa in Midi, Charentes, Gers, Lot-et-Garonne, Landes, Entre-deux-mers, Bouches-du-Rhônes, Loire, Longuedoc, Provence und Korsika.

Insgesamt sind in Frankreich etwa 100.000 Hektar mit dieser Traube bestückt, wobei der Anteil der Anbauflächen, auf denen die Traube noch klassisch zur Weinherstellung verwandt und zu einem Vins de Pays, einem trockenen Weißwein verarbeitet wird, kontinuierlich zurückgehen.

Folle Blanche

Die Weine der Folle Blanche Traube sind durchaus vergleichbar, insbesondere hinsichtlich ihres Säuregehalts, in ihrem Bouquet allerdings leichter, frischer, fruchtiger. In Zahlen: mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17% kann beim Reifungsprozess nur ein vergleichsweise geringer Alkoholgehalt von 8.5 % erzielt werden.

Folle Blanche

Die Traube wird in einem Gebiet angebaut, dass auf der einen Seite von der französischen Atlantikküste, auf der anderen Seite von Toulouse, Cahors und Orleans begrenzt wird. In der Loire und Vendée heißt sie „Gros Plant“, in Gers „Piquepoul“

Colombard

Colombard schließlich ist eine klassische, aus der Cognac Region selbst, genauer gesagt aus der Charente stammende Sorte. Sofern nicht zur Destillation genutzt, wird auch dieser Wein außerordentlich säurehaltig, weist allerdings einen signifikant höheren Alkoholgehalt als die Weine der Ugni Blanc, bzw. Folle Blanche Trauben auf.

Die Traube ist insbesondere im Westen Frankreichs anzutreffen, ebenso aber in tendenziell trockeneren Regionen. Seit den 1990ern geht der Anbau dieser Sorte mehr und mehr zurück, wird aber weiterhin betrieben in Gironde, Landes, Lot-et-Garonne, Loire-Atlantique und freilich der Charente.

Colombard

Auch hier haben sich mit der Zeit eine ganze Reihe von Namen eingebürgert: „Colombier“, „Colombié“, „Queue tendre“, „Chabrier vert“, „Donne verte“, „Gros blanc roux“, „Blanc Emery“, „Bon Blanc“, „Pied tendre“, „Guenille“, „Blanquette“.

So viel zu den drei großen Traubensorten für unser aller beloved Cognac-Herstellung. Denn sind in der Charente freilich auch etliche andere Sorten anzutreffen, die genau hierfür Anwendung finden – „Le Jurancon“, „Blanc-Rame“, „Balzac Blanc“, „Chalosse“, „Saint-Pierre“, „Bouilleaud“, „Saint-Rabier“, „Balzac Noir“, „Petit Noir“ -, sind es doch vor allem jene drei, die in diesem Zusammenhang charakteristisch und dementsprechend vertiefenswert sind.

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